27.03.2017

Wenn die Zettelschreiberinnen vom Ordnungsamt sonntagnachmittags auf dem Balkon sitzen, Kaffee trinken und Kuchen essen, präsentieren einige Nevigeser Dauer-Pappnasen gern (stundenlang) ihre samstags gewaschenen und staubgesaugten Kleinwagen in der Fußgängerzone.

26.03.2017

Viele Nevigeser wurden heute vom Tatütata der Feuerwehr beim Nachmittagsnickerchen geweckt und fragten sich: was ist denn jetzt schon wieder los? War nix Dolles (Foto unten), aber alles nassgespritzt (Foto Mitte). Sonst was zu melden? Morgen. – Papierkorb im Hbf.
Viele Nevigeser fragen sich heute beim Frühstück: ist es 12 oder 14 Uhr? Beginnt der Tatort heute um 19.15 oder um 21.15 Uhr? Bellt mein Dackel eine Stunde länger oder kürzer? Ist der Einzelhandel morgen bis 17 Uhr 30 oder bis 19 Uhr 30 geöffnet? Warum Sommerzeit, wenn noch nicht mal Ostern ist? Was soll der Quatsch? Fahrgastinformation in 42553 Neviges. – Hbf.

25.03.2017

Es muss nicht immer von Vitra oder Ikea (und schon gar nicht vom Internet) sein, wenn man es richtig gemütlich haben will. Ein paar Europaletten und ein paar Kissen vom Raumausstatter Reineke aus Neviges reichen. – Alte Tanke am Hbf.
Gerade wird eine neue Nutzungsidee für Schloss-Dauerbaustelle in Neviges diskutiert. Das Kaff (Gerücht) kriegt eine Spielbank. Unten, im Keller: Automaten, oben: schöne Damen, elegante Herren und viel Kohle für die Stadt, die von den Einnahmen endlich ihre Schulden los wird einen schönen Brunnen bauen kann. – Tschüs, Burgenmuseum (war eh nix).
Schloss Hardenberg in Neviges kommt nicht in die Pötte. Geld ist da, ein Nutzungskonzept fehlt (nach 15 Jahren) immer noch. Jetzt werden die Bürger befragt, weil der Obrigkeit nix einfällt oder weil nur gefragt wird, bis das Ergebnis der Obrigkeit passt. Zwischendurch prescht ein Verein mit einer neuen Idee vor. Der Vorschlag: Ein Burgenmuseum. Thema: „die interessante Burgenlandschaft zwischen Rhein und Ruhr".
Die Waage (Pils 1,40 Euro, Musik für Leute ab 80), hat die Freiluftsaison eröffnet. Hübsch dekorierte Tische, Wolldecken für Frierhippen, Rauchen erlaubt. Im Fachbetrieb für Betreutes Trinken gibts kein Etepetete, keine Krawattenträger und schon gar keine „Akteure" aus Politik und Verwaltung. Viele Gäste sind eh der Meinung, dass Neviges wieder ausgemeindet werden soll. – Nähe Hbf.

24.03.2017

Wenn die Nevigeser Fußgängerzone keine Fußgängerzone mehr ist, müssen ein paar Sachen weg, die den Autofahrern schon jetzt im Weg stehen. Zum Beispiel die Telefonzelle und der Baum und die Papierkörbe dahinter. – Ob die Fußgänger und Kinderwagen Knöllchen kriegen oder direkt nach Tönisheide und Rosenhügel umgeleitet werden, ist noch nicht geklärt. – Abwarten.
Bei schönem Wetter zieht der Mann mit den Fernsehpfannen seine Mitarbeiterinnen gern etwas luftiger an. Hübsch! – Und noch was: Der beliebte Nevigeser Wochenmarkt (bester Stand: der Stand mit den Reibekuchen) ist wieder richtig schön geworden. Neuer Bettenmann, neue Blumenfrau, neuer Messermann aus Solingen. – Jeden Donnerstag von 7 bis mittags.
Weil viele ältere Nevigeser den beschwerlichen Weg zum Lidl (einziger Supermarkt weit und breit) nicht mehr in einem Rutsch schaffen, hat irgendjemand eine gute Idee fix in die Tat umgesetzt. Das ist nicht selbstverständlich, also: Kompliment! – Elberfelder Straße vor dem asiatischen Restaurant. Bestes Gericht: 33.

23.03.2017

Die 50 Gönner aus 42553 Neviges haben endlich wieder was zu tun, nämlich die nächste Telefonzelle anzupinseln. Wer Kohle hat (Jahresbeitrag ab 500 Euro) und mitpinseln (oder anpinseln lassen) will, kann sich um das Kaff verdient machen, weil die Nevigeser es gern schön sauber haben.
Eben mal zwischendurch die Nase pudern lassen: Katharina Kraft, Schönheitsconsultant und Beauty-Expertin, ist ab sofort jeden Donnerstag mit "aktuellen Make-up-Artist-Looks" und anderen tollen Sachen bei der XXL-Kati (Klamotten bis Größe 72) in der Nevigeser Fußgängerzone. – 9 Uhr bis Wochenmarktende gegen 13 Uhr.

Das legale Parken in der Nevigeser Fußgängerzone, eine Idee von Velbert anders (Partei) und Werbegemeinschaft (Verein), hat den ersten Langzeittest nach Ansicht von kaffeetrinkenden Beobachtern nicht bestanden. "Sieht rotzfrech und doof aus" (Pilgerin aus Vohwinkel), wird jedoch von der Politik gerade geprüft. – Parkplatz vor dem Café Monsieur M.

22.03.2017

Der Klingelmann hat das schönste Schaufenster in 42553 Neviges restauriert und behutsam konserviert. Neues Brett vom Baumarkt, reichlich Klebeband von Gassmann. Sieht gut aus und hält hoffentlich ein paar Jahre. – Fachwerkhaus am Kirchplatz.
Das Nevigeser Pilgermenü (Curywurst, Pommes, Mayo, Cola) gibts auch als abgespeckte Version für die Fastenzeit. Sieht appetitlich aus, kostet noch weniger, als die Originalversion, macht aber wenig Sinn, weil die Nevigeser Gastronomie kaum Geld damit verdienen kann. 

21.03.2017

Ziemlich schwach, was die Nevigeser Graffiti-Szene (oder sind das Kinder?) aktuell auf die Kette kriegt. Das könnte man liebevoller, besser und viel schöner machen, wenn man ernst genommen werden will. – Obere Elberfelder Straße am Servicebüröchen.

20.03.2017

Mal eben nach der Arbeit in den Nevigeser Kaufpark springen und eine Dosensuppe, ein Brötchen und etwas Rotwein fürs Abendessen holen, ist seit heute nicht mehr möglich. Es gibt, kein Witz, auch kein Persil mehr im Kaff. Wer überleben will, braucht ein Auto (teuer, schlecht für die Umwelt) ein Abo für den Bus (teuer, sehr teuer, laut, nervig) und Struktur (nicht jedermanns Sache). Ohne Kühlschrankinventur vor dem wöchentlichen Einkauf (irgendwo) und eine Einkaufszettel-App kommt man nicht mehr klar.


Museumsdirektor Gerd Riedel hat ein Loch (Bild oben) für neugierige Nevigeser in seine Schallplattenspielermuseumswand (Bild unten) gebohrt. Wer reingucken will, es gibt einiges zu sehen: Fußbänkchen mitbringen. – Sonst nix los im Kaff.

19.03.2017

Herr Ardic, besser bekannt als Mesut oder Gurkenkönig, hat heute Geburtstag. Wenn er bis zur Rente durchhält (was alle hoffen), bleibt er dem Einkaufsparadies 42553 Neviges noch weitere 10 Jahre erhalten. Herzlichen Glückwunsch!
Im Kaufpark standen gestern tieftrauerschwarze Umzugsplastikskästen vor den halbleeren oder leeren Regalen. Die Beerdigungsnachfeier der Kaufparkfrauen fand im engsten Familienkreis in der Nevigeser Waage im Bahnhofsviertel statt.  – Tschüs!